Entscheidend ist nicht nur das Lager selbst, sondern vor allem die Auswahl des passenden Gegenlaufpartners — also des Wellenwerkstoffs und der Oberflächenqualität.

Gerade bei Sintergleitlagern ist der Schmierfilm besonders dünn. Deshalb können bereits kleine Abweichungen an der Wellenoberfläche zu erhöhtem Verschleiß, Geräuschen oder instabilem Laufverhalten führen.

Entscheidende Parameter sind unter anderem:
• Härte
• Materialeigenschaft
• Oberflächengüte
• Geometrische Präzision

In der Praxis empfehlen wir daher:
_ hochfeste Stähle mit Zugfestigkeit ab 600 N/mm²
_ gehärtete Stähle ab 55 HRC
_ Oberflächen mit Ra ≤ 0,8 µm
_ präzise Formtoleranzen zur Vermeidung von Ölverlusten und Pumpwirkungen
_ Zusätzliche Axialdichtung bei Staub und Verunreinigung

Auch die Einsatzumgebung spielt eine zentrale Rolle. In feuchten oder aggressiven Anwendungen können hartverchromte oder rostfreie Wellen sowie angepasste Beschichtungen die Gleiteigenschaften und Lebensdauer deutlich verbessern.

Genau deshalb betrachtet ttv Gleitlagertechnik nie isoliert — sondern immer als tribologisches Gesamtsystem aus Lager, Welle, Oberfläche und realer Anwendung.