Die Branche der Landtechnik ist heute vor allem von Hightech geprägt und so komplex, dass auch hier wie bereits in anderen Technologiebranchen längst Fachkräftemangel herrscht. Feldroboter und GPS-gestützte Traktoren erobern die Landwirtschaft und läuten die digitale Revolution ein. Obwohl als Branche im Verhältnis zu Maschinenbau oder Technology relativ klein, zählt Deutschland zu den technologisch führenden Ländern und verfügt über einen Exportanteil von über 70 %.
Dieser Wandel hin zu immer höherer Produktivität hat seinen guten Grund. Die Weltbevölkerung wächst kontinuierlich und will ernährt sein. Nach Schätzungen der UNO wird die Zahl der Menschen auf der Erde von aktuell rund 7,5 Mrd. auf 9,7 Mrd. im Jahre 2050 steigen.
Zwar kann heute zum Beispiel ein Mähdrescher 100 t Getreide in einer Stunde ernten, um damit eine Großstadt einen Tag lang mit Backwaren zu versorgen. Selbst solche imposanten Zahlen reichen aber nicht aus, um die stark wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.
Aufgabe der Landtechnik ist es also, die Produktivität der Maschinen weiter zu steigern und die Effizienz in der Bewirtschaftung der Flächen durch digitale Unterstützung zu erhöhen.
Parallel dazu muss sich die Agrarwirtschaft auch großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen, in dem Verbraucher in Industrienationen zum Beispiel immer stärker ökologisch produzierte Produkte nachfragen, bei gleichzeitig abnehmenden landwirtschaftlichen Nutzflächen.
Die Anforderungen an die Landtechnik sind klar formuliert: Höhere Produktivität, mehr Leistung, größerer Flächendurchsatz und immer intelligentere Lösungen mit Assistenzsystemen für die Bediener landwirtschaftlicher Maschinen. Dabei wachsen aber auch hier die Bäume nicht in den Himmel, denn es gilt, gleichzeitig auch ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis in einem hart umkämpften Weltmarkt zu bewahren.
Die Vielfalt der eingesetzten Produkte in der Landtechnik ist enorm. Diese reicht von Traktoren und Saatmaschinen über Erntemaschinen, Mähdrescher, Fütterungstechnik und Bodenbearbeitungsmaschinen bis hin zu Gülletechnik und Kleintraktoren wie sie zum Beispiel für die Bewirtschaftung in den Weinbergen eingesetzt werden. Diese große Vielfalt und die hohen Belastungen an die Technik erfordern von Maschinenherstellern genauso wie von Zulieferern für Komponenten und Baugruppen am Markt höchste Qualität und individuelle Lösungskompetenz. Dieser hohe Anspruch führt auch dazu, dass sich die Anzahl der beschäftigten Ingenieure in der Land- und Forsttechnik in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt hat und damit ein immer interessanteres Berufsbild mit erstklassigen Karrierechancen auch im Ausland bildet.
Wir haben uns in den letzten Jahren mit den beiden Kompetenzfeldern Dichtungen und Gleitlager verstärkt als Spezialist im Bereich der Landtechnik etabliert. Typische Herausforderungen sind für uns dabei Anwendungen an Antriebssträngen, Übersetzungsgetrieben, Hohlradabdichtungen, Achsen und vieles mehr. Dabei reichen oftmals Standardprodukte ab Lager nicht aus, um den enormen Belastungen durch Schlamm, Hitze, Kälte, Sand und Staub Stand zu halten. Und durch die immer größere Flächenbewirtschaftung und Mehrfachernten pro Jahr steigt automatisch auch die Materialbelastung signifikant an. Diese eindeutige Entwicklung hat zur strategischen Entscheidung geführt, einen eigenen Entwicklungsbereich für kundenspezifische Produktlösungen zu etablieren, der für unsere Kunden mit substanziellen Kapazitäten bereit steht. Wir verfügen hier über ein erfahrenes Team an Spezialisten in Technik und Engineering. Dabei setzen wir bei allen denkbaren Details an. Materialeigenschaften, Materialkomposition und Formgebung sorgen dafür, dass Schmutz, Schlamm und Staub draußen bleiben und die Elastizität und Funktionalität auch unter extremen Witterungsbedingungen erhalten bleiben.